The Pug & Me

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Montag, 2. März 2015

Über Montage und Geschenke, die keiner braucht

Tag 13 

Es ist Montag. Menschen hassen Montage. Warum auch immer. Aber ich bin ein Mensch. Also hasse ich Montage auch. Deshalb bin ich ebenfalls schlecht gelaunt. Weshalb ich schlecht gelaunte Texte schreibe. Braaaaah. (Ausdruck des Hasses.)
Heute finde ich alle doof. Das Wasser in der Dusche war heute morgen kalt, warum auch immer. Ich wusste nicht was ich anziehen sollte, weil ich meine Klamotten doof finde. Für Frühstück war, wie immer, keine Zeit. Die Frau in der U-Bahn roch nach Knoblauch, seitdem ist mir ganz schlecht, weil ich ja nichts gefrühstückt hatte, außer Knoblauch, in Luftform. Aber das Schlimmste war, dass beim Anziehen meiner Socken, mein perfekt manikürter Fingernagel abgebrochen ist. Jede Frau weiß, das ist eine Katastrophe und ein Grund ausnahmslos jeden zu hassen. Für Männer gilt: Achtung, rette sich wer kann, diese Frau ist auf 180, weglaufen.
Und wer war an diesem Nagel-Desaster Schuld? Der Weihnachtsmarkt. Da kamen diese Wollsocken nämlich her. Und gekauft hat sie meine Oma. Meine Oma strickt nicht selbst, darauf hat sie keine Lust. Sie ist eine coole Oma. Sie "überlässt diese Dinge Spezialisten", wie sie immer betont. Deshalb gebe ich auch ihr nicht die Schuld an einem Nagel der so scheiße aussieht, weil er einfach mal 5 Zentimeter kürzer ist, als die anderen. Ich gebe die Schuld den Geschenken. Nicht allen, sondern jenen, die mir von vorneherein nicht gefallen.
Wie zum Beispiel Socken. Omis denken scheinbar, dass sie die Pflicht haben, Socken zu schenken.
Warum? Wollsocken kratzen, passen nur in sehr weite Schuhe, wie zum Beispiel Boots, aber eigentlich doch nicht, weil diese schon gefüttert sind und man sich mit der Mischung Wollsocke und Wollfütterung nur die krassesten Käsefüße aller Zeiten züchtet. Wann also ist ein Gebrauch möglich? Richtig, nie. Wollsocken bleiben trotzdem der unangefochtene Klassiker unter den Geschenken.
Es gibt Familien die vor Kreativität nur so strotzen. Da werden zu Geburtstag, Weihnachten, Valentinstag und Kommunion die übergalaktischsten Geschenke rausgehauen. Ein Wochenende im Europapark, Konzertkarten, Wellnessurlaub, Spielekonsolen, Schnaps und und und. Und es gibt andere Familien, die sich gegenseitig Bücher schenken, Knigge oder einen Atlas, ein Lächeln, Wasserkocher und das schlimmste: Messersets und Schneidebretter. Ja, okay man braucht Haushaltsgeräte, aber nicht zum Geburtstag! Das gibt mir das Gefühl, dass mein eigens geführter Haushalt unvollkommen ist und vor allem optimiert werden muss. Muss er nicht, will er nicht! Er ist glücklich, so wie er ist. Ziemlich basic. Aber ziemlich glücklich.
Ich könnte jetzt schon wieder die Krise kriegen, wenn ich darüber nachdenke, dass ich schon so viel Unbrauchbares geschenkt bekommen habe, ohne Kassenbon. Das sollte allgemein eine Pflicht sein. Zusätzlich zum Präsent sollten keine Umschläge mit Glückwünschen, sondern mit Quittung verschenkt werden. Das Zeug in der Karte liest doch sowieso niemand.

Eine Stunde und fünf Bachblütentees später. Ich habe kurz Yoga gemacht. Das kann ich, weil ich da mal ein Buch zu geschenkt bekommen habe. Mir geht es jetzt viel besser. Ich habe meinen inneren Frieden wiedergefunden und ich habe mein Geschenke-Gedankenspiel weitergesponnen. Mein Herz ist jetzt voll mit Liebe und Good Vibes. Meine Füße schmiegen sich in warme Socken, handgestrickt.
Mir ist aufgefallen, dass heute Abend wieder 4 Folgen Sex and the City kommen. Unglaublich gute Laune macht sich bei dem Gedanken breit.
Davor werde ich mir auf meinem super-rutschfesten Schneidebrett (danke Omi) eine Gemüsepfanne zaubern. Ich werde den Tisch ordentlich decken, mein Mahl genießen und zwar so, dass sich Knigge nicht im Grab umdrehen muss. Das Kniggebuch hat also doch einen Sinn (danke Papa). Und wenn ich so drüber nachdenke, ist es für mich wertvoller gute Manieren bei Tisch zu beherrschen, als den Controller einer Playstation. #dontjudge
Frohsinn und Wohlbehagen fühle ich. Und das an einem Montag. Aber vielleicht ist heute gar nicht Montag, sondern Manuel Neuer.







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