The Pug & Me

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Sonntag, 15. März 2015

Über das perfekte Parfum

Über Parfums kann man sich streiten. Dieser Streit beginnt meist bei der Duftrichtung oder bei der Aussprache. Die Auswahl ist schwierig und das perfekte Odeur noch nicht gefunden.
Vor einem halben Jahr habe ich das Rauchen aufgegeben. Ich bemerkte schon nach kurzer Zeit, dass ich viel besser Atmen, Schmecken und Riechen konnte. Das Riechen wurde zur Sucht. Ich verbrachte Stunden bei Douglas, um 1000 Duftproben zu nehmen. In der Stadt blieb ich stehen, wenn mir Menschen mit außergewöhnlichen Parfums entgegen kamen. Duft macht Menschen anziehend und schön, wenn dieser passend gewählt wurde. Er sagt unglaublich viel über einen Menschen aus. Man trifft die Duftnote auf den Punkt oder liegt daneben. Dazwischen gibt es nicht, außer vielleicht der aufregende Duft von Duschgel. Zu süß schreit billig. Schwerer Moschus sagt alt. Zu viel von allem, bedeutet aufdringlicher Charakter. Düfte erinnern uns an Situationen, fast wie Musik. Vielleicht beschäftige ich mich zu sehr mit der Psychologie eines Parfums, aber genau so gut kann man beweisen, dass ein gutes Aroma den Charakter positiv unterstreicht. Ein Citrus-Duft lässt dich ziemlich sommerlich frisch aussehen. Rose wirkt rein und spirituell. Und orientalisch weißt auf einen sinnlichen Charakter hin. Das erste Parfum eines Mädchen oder Jungen ist ein kleiner Schritt in Richtung Erwachsenwerden. Mein erstes Parfum war Burberry The Beat.
Inzwischen schöpfe ich aus einem größeren Parfum-Fundus. Parfums sind wie Klamotten, man muss sie wechseln, sonst wird es langweilig. Sie sind Markenprodukte und dienen der Identifikation.
Zu meinen persönlichen Favoriten gehören: Gucci Guilty, Chloe Love, Guerlain Insolence, Escada Especially, Armani Sì und Marc Jacobs Daisy Dream.
Sie sind alle sehr unterschiedlich und für verschiedene Anlässe geeignet. Aber man hat ja schließlich nicht nur T-Shirts im Schrank, sondern auch Hosen, Mäntel, Röcke und vielleicht noch ein schönes Ballkleid.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr aus dem Haus gegangen seid und bemerkt, dass ihr euer Handy oder eure Armbanduhr vergessen habt? Ein Gefühl, dass etwas fehlt. So fühle ich mich auch, wenn ich mein Odeur vergessen habe. Es ist schlimmer, einen Teil seiner Persönlichkeit zu Hause gelassen zu haben, als einen abdinglichen Gegenstand. Aber ich bin nicht dumm und habe eine Lösung, um nicht fade durch den Tag zu geistern. In solchen Fällen gibt es Drogerien. Da geht man kurz hin, sprüht sich mit einem neuen, unbekannten Duft ein und kann für einen Tag als Prada oder Versace durchs Leben gehen. Aufregend!
Dank Parfums habe ich auch keine Angst mehr vor dem Älterwerden. Warum? Weil ich mir zu Beginn meines 40. Lebensjahres Chanel No. 5 zulegen werde. Ich freue mich auf diesen Tag, vor dem es allen so graut. Jetzt kann ich diesen Duft noch nicht tragen, so gerne ich es würde. Ich bin noch nicht reif dafür. Zu jung, zu naiv und zu unerfahren. Chanel No. 5 verleiht dir den adulten Ritterschlag. Ab dann wird unter meiner Klingel ein Schild hängen, auf welchen in güldenen Lettern steht:
Ritterin (#geschlechtergerechtesprache) Sophie Kunkel. 
















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