The Pug & Me

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Dienstag, 24. März 2015

Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber der Wurm war nicht da

Morgenstund hat Gold im Mund. Am Arsch.
Jeden Morgen kämpfe ich mit dem Wecker. Ich bin ein Snoozer. Ich stelle mir meinen Wecker extra früher, damit ich noch genug Zeit für den Schlummermodus habe. Ich liebe es nämlich noch mehrere Male vom unsanften Klingeln dieser tickenden Zeitbombe neben meinem Kopf geweckt zu werden. Immer mit der Option, diese wieder wegzudrücken. Dieses Trauerspiel wiederholt sich täglich. Heute Morgen habe ich mir meinen Wecker bewusst früher gestellt. Ich wollte mal so richtig produktiv sein und gleich morgens alles aufräumen und viel mehr Zeit für Haare und Make-Up haben. Aber nein, mein Wecker klingelt eine halbe Stunde eher und ich entscheide mich lieber dafür eine halbe Stunde länger als sonst zu snoozen. Am Ende habe ich nicht aufgeräumt und meine Haare bekamen nur die Basic-Behandlung, weil ich zur gleichen Zeit wie immer aufgestanden bin.
Letzte Woche passierte etwas seltsames. Ich wachte auf ohne geweckt worden zu sein. Eine Stunde früher. Und ich konnte einfach nicht mehr schlafen. Ich hätte meinen Schrank aufräumen können, denn das wäre von Nöten. Darauf habe ich abends nämlich nie Lust und morgens, ausgeschlafen und fit, scheinbar auch nicht. Stattdessen habe ich mit offenen Augen im Bett gelegen, völlig überfordert mit dem Tag, der eine Stunde länger ist, habe Instagram und Snapchat aktualisiert und anschließend "Frühstücksfernsehen" geschaut. Während ich den weltbewegenden Hausfrauen-Nachrichten auf meinem Fernseher lauschte, bewegte sich die Welt und der Zeiger der Uhr weiter. Und mit jeder fortschreitenden Minute schwand meine Produktivität. Plötzlich war die Stunde vorbei und vorbei das Zeitgeschenk, das anfangs schier endlos schien. Und da war ich wieder, gehetzt unter der Dusche, gestresst beim Föhnen und zittrig mit der Wimpertusche, weil ich völlig unterzuckert vom aus Zeitmangel übersprungenen Frühstück war.
Ich sollte mir mal eine Scheibe von Tim Cook abschneiden. Der checkt ab 4.30 nämlich seine E-Mails. Zu der Uhrzeit habe ich wahrscheinlich noch nicht mal eine Tiefschlafphase durchlaufen. Aber Frühaufsteher sind ja angeblich so viel leistungsfähiger und disziplinierter. Ich gebe zu, dass ich nicht der ausdauerndste Mensch bin. Aber was bringt es mir mitten in der Nacht aufzustehen? Da ist mein E-Mail Postfach nämlich noch sowas von leer. (Noch wickel ich keine Deals in Asien ab...)
Man könnte auch auf die Idee kommen, die Zeit morgens für Sport zu nutzen, um den Kreislauf so richtig in Schwung zu bringen. Aber das ist eigentlich auch Quatsch, weil mein Fitnessstudio zu dieser unchristlichen Uhrzeit noch nicht mal geöffnet hat.
Ergo, früh aufstehen macht wenig Sinn für Menschen die keine Mails aus China erwarten, "Frühstücksfernsehen" hassen oder deren Fitnessstudios erst öffnen, wenn die Dunkelheit die Nacht verdrängt und die Sonne den östlichen Bereich des Himmels erklommen hat. Zumindest ersetzt für mich der Stress im Bad, verursacht durch zu langes Gewälze von Kissen A nach Kissen B, den Frühsport. Mehr will ich nicht. Für Langschläfer ist die Welt länger in Ordnung.








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