The Pug & Me

The Pug & Me

Mittwoch, 25. Februar 2015

Tausendundein Hobby oder wie finde ich einen Zeitvertreib für's Leben

Tag 7
Gerade in der Mittagspause gab es etwas Veganes. Ein bisschen Salat, ein bisschen Brötchen, ein bisschen Avocado als Brotaufstrich. Simpel und sehr lecker. Aufgepeppt haben wir dieses eher schlichte Lunch mit pikanten Stories aus unserem Leben. Hobbies waren das Thema. Was hast du in deinem Leben alles schon für Sportarten gemacht? Oder was für Instrumente hast du bereits gespielt?

Das ist meine Folgerung aus diesem Gespräch:

Fangen wir chronologisch an: In der ersten Klasse habe ich ganz klassisch Blockflöte gespielt. Ganz ehrlich? Warum drückt man Menschen dieses Alters derart nervige Instrument in die Hand? In Kinderhänden wird das gute Stück Holz zur Waffe! Es klingt scheußlich, weil man mit seinen kleinen Wurstfingern nicht fertig bringt, den richtigen Ton zu erzeugen. Das Geräusch treibt einen zur Weißglut. Parallel zum Flötenspiel turnte ich. Mich hat keiner gefragt, ob ich das wollte. Jedes Mädchen ging zur Turnstunde (vielleicht, weil es in unserem Kaff nichts anderes gab) und ich ganz besonders, weil ich aus einer Familie komme, in der das Geräteturnen Tradition hat. Es war dabei auch egal, wie schlecht ich war und wie bescheuert ich in diesem Trikot aussah. Hauptsache ich ging hin. Mit sechs habe ich angefangen Klavier zu spielen. Das hat mir Spaß gemacht, weil kein Trikot von Nöten war und weil man sich nicht übermäßig bewegen musste. Heute spiele ich auch noch ab und zu. Was heißt ab und zu, ich kann spielen, hatte insgesamt sicher zehn Jahre Unterricht, wenn auch mit Lücken, aber meistens bin ich zu faul, um Noten zu lesen.

Ich bin ein Mädchen und Mädchen lieben Pferde. Also fing ich an zu Reiten. Das war mir irgendwie damals schon zu 'basic bitch', weshalb ich anfing etwas gegen den Strom zu schwimmen. Erst machte ich Judo und dann kam noch Kung Fu dazu. Ich fühlte mich wie ein kleiner Rebell. Aber wie jeder andere verunsicherte Teenager, der ich inzwischen war, wollte ich nicht auffallen. Also habe ich brav weitergeturnt. Irgendwann merkte ich, dass turnen nicht mehr so hip war. Tennis hieß der neue It-Sport, also fing ich an Tennis zu spielen (man bin ich ein Fähnchen im Wind). Diese Sportart fand ich toll und ich fühlte mich so richtig High Society in meinem Tennisrock. Diese Leidenschaft hielt allerdings trotzdem nur für ein Jahr. Warum ich aufgehört habe? Das lag wohl an dem Tennislehrer, der es nicht für nötig hielt, das Licht in der Halle anzuschalten, wegen der hohen Stromkosten. Jetzt weiß ich auch, weshalb diese verdammten Bälle neon-gelb sind. Damit man ihnen im Dunkeln aus dem Weg gehen kann.

In den nächsten Jahren machte ich Bauchtanz, besuchte Malkurse, fing an Gesangsunterricht zu nehmen und spielte kleine Rollen in Musicals.

Meine Sporthobby-Diversität fand aber ein jähes Ende als ich beschloss auf ein Internat zu gehen. Dort vertiefte ich meine Liebe zur Musik und konzentrierte mich eher auf das Singen und auf das Klavier spielen, als auf Schwebebalken und Bodenmatte. Wobei, das ist nicht ganz richtig. Für eine kurze Zeit habe ich dort Basketball gespielt, nicht aus Interesse am Sport, sondern aus Interesse an einem Jungen, der selbiger Veranstaltung  immer beiwohnte. (hihi)

So spielte die damals 1,50m große Sophie Basketball (völlig ausreichende Größe...nicht), obwohl sie null Affinität zu Bällen hatte (merkte ich bereits im Alter von zehn bei einem Fußballcamp, ich hasse Fußball) und auch eigentlich sonst völlig talentfrei war, was dieses Spiel betraf. Jedenfalls währte meine Internatszeit, weit weg von meiner bayrischen Heimat, nur 2 Jahre. Ich ging zurück auf meine alte Schule und in meinen alten Turnverein. Aber, mein Ruf hatte sich verändert. Ich war jetzt sowieso schon die freakige Alte, die auf einem Gesangsinternat war, jetzt konnte ich auch machen, was ich wollte. Klavier spielte ich ja schon seit Jahren, was lag da nun näher für mich als mit dem Orgel spielen anzufangen. Richtig, nichts. Deshalb fing ich an einmal in der Woche in die Kirche zu gehen, um von unserem Kantor das Orgelspielen zu erlernen. Ich bin so froh, dass es davon weder Videos noch Bilder gibt, denn das muss so schrill ausgesehen haben. Ich in einer Kirche, an einer Orgel sitzend, um dem König der Instrumente mit Händen und Füßen Töne zu entlocken. Das hat schon Spaß gemacht und man fühlte sich so richtig mächtig. Aber wer ein Instrument spielt, weiß, dass man Üben muss um ein Meister seines Faches zu werden (außer du heißt Mozart, dann solltest du dich an dieser Stelle nicht angesprochen fühlen). Üben hieß in diesem Falle in die Kirche zu gehen, um sich dort ein-zwei Stunden mit dem Instrument auseinander zu setzen. Möglichst mehrmals die Woche und das unter erschwerten Bedingungen. 1. Ich hab verdammte Höhenangst und wer schon einmal in einer Kirche war, weiß, dass sich die Orgel immer recht weit oben befindet.

2. Abends im Winter, Frühling, Herbst ist es immer sehr früh dunkel und es gibt für einen Angsthasen wie mich nichts schlimmeres, als in diesem Zustand alleine in einer düsteren Kirche zu sitzen. Long story short, ich habe aufgehört Orgel zu spielen.

Kleiner Kontrast zur Kirchenmusik ist bestimmt HipHop. Ich wollte jetzt in jedem Falle wieder 'basic bitch' sein, weshalb ich anfing HipHop zu tanzen. Ich ging auf eine neue Schule, weshalb ich versuchte so normal wie möglich rüberzukommen. Die Tanzgruppe löste sich aber relativ schnell wieder auf, weil alle mit Abitur, Studium oder anderen Dingen beschäftigt waren.

Wenn ich mir meinen "Hobby-Lebenslauf" so ansehe, frage ich mich ob das bei anderen genauso ein inkonstantes Chaos war oder ob ich irgendwie der einzig komische Mensch bin, dessen Interessen im Jahreszeiten-Takt wechseln. Was habe ich eigentlich konsequent durchgezogen in den 20 Jahren in denen ich lebe? Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ziemlich konsequent geatmet habe. Hey, das ist doch schon mal was. Außerdem hatte ich ziemlich beständig Musik in meinem Leben, wenn auch in vielen unterschiedlichen Formen, aber sie war da. Ebenso Sport, der war und ist auch mein permanenter Kompagnon. Und Schokolade.

Ich beneide Leute die genau wissen wozu sie in ihrem Leben bestimmt sind. Mehr noch, ich bewundere sie sogar, jene Menschen die tatsächlich Feuerwehrmann, Polizist, Lehrer oder Prinzessin geworden sind, weil sie sich das seit der Grundschule in den Kopf gesetzt haben. Ich gehöre nicht dazu. Dafür habe ich vielleicht einen cooleren Lebenslauf als Andere. Ich lebe eben frei nach dem Motto: "Nichts ist beständiger als der Wandel." - Heraklit von Ephesus. Und da basic bitches Zitate liebe, schiebe ich noch eins hinterher. Ich finde es ebenso treffend: "Mama always said life was like a box of chocolates. You never know what you're gonna get." - Forrest Gump



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen