The Pug & Me

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Freitag, 16. Januar 2015

About Emil Eating Cookies


Emils Sicht:
Gerade komme ich von einem Spaziergang im Wald. Gassi gehen finde ich blöd, schlafen hingegen nicht. Boah, was riecht denn hier so gut? Ich watschel vorsichtig in die Küche, damit mich keiner sieht und mich wieder abknuddelt. Ich hasse das.
So, mit der Pfote die Tür aufgeschoben. Es duftet. Was ist das? Mal unter dem Sofa schauen, hm, nein. Im Papiermüll nachschauen. Nö, auch nicht. Verdammt. Habe ordentlich Kohldampf. Wie immer eigentlich. Aber Sophie sagt ständig, gebt dem nicht so viel, sonst wird Emil fett. Wenn die wüssten, dass dieses Jahr auf der "Pugriser Fashion Week" der Oversize Look total angesagt war. Hawaiihemden trägt man jetzt etwas weiter.
Diese Menschen haben einfach keine Ahnung von Mode. Ich hingegen schon.
Die Süßigkeiten müssen auf dem Esstisch stehen, wo sonst, da denken sie komme ich nicht dran. Tja, selbst schuld. Hättet ihr mich fetter gefüttert, dann könnte ich jetzt nicht so elegant auf den Stuhl hüpfen. Und von dort aus nicht locker auf den Tisch. Und, oh mein Gott! Eine Etagere voll mit Keksen. Heaven!
Ich fresse alles schnell ohne zu kauen, weil ich höre wie sich mir jemand nähert.

Sophies Sicht:
Gerade komme ich von einem Spaziergang im Wald. Spazieren gehen finde ich super, gammeln ist nicht so mein Ding. Emil rennt in die Küche. Der spinnt total. Was hat der schon wieder? Ich gehe erst mal hoch und suche mein Handy. Im Bad ist es nicht. Handtasche auch nicht. Ach da, auf dem Bett. Dann gehe ich runter in Richtung Kühlschrank, weil mir langweilig ist. Beim Betreten der Küche vernehme ich komische Geräusche vom Küchentisch kommend. „LOL, Mama, Emil hat alle Kekse gefuttert!“. Vor lauter Schreck ist mir nichts Geistreicheres eingefallen.
Emil sitzt auf dem Küchentisch und hat alle Kekse leer gegessen. Schrecklich. Und was für ein selten komischer Anblick.
Das war ein verdammtes Backblech voll. Mir kommt der Gedanke, dass Zucker nicht gut für Hunde ist. Oh nein, ich will nicht dass Emil stirbt. Er ist doch erst drei!

Und wen fragt man, wenn es dringend ist und der Tierarzt schon geschlossen hat? Richtig…Siri.
"Siri, wie bringt man Hunde zum Kotzen?" Auf dem Bildschirm erscheint "Das ist das Resultat meiner Websuche:" Darunter folgen die Vorschläge.
Ich lese etwas über Senf. Man soll seinem Hund tatsächlich Senf geben, um ihn zum Kotzen zu bringen? Gesagt getan!

Emils Sicht:
Geil, das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich richtig satt bin. Und jetzt nervt die Alte mich. Ja okay, mein Bauch ist vielleicht ein bisschen dick. Na und? Wollte heute Abend eh mal wieder Sport machen. Außerdem  ist Cheat Tag man! Geh weg mit deiner Leberwurst. Immer wenn es Leberwurst gibt, weiß ich, dass ihr mir was Böses wollt. Entweder ihr versteckt die Wurmtablette da drin oder treibt sonstigen Schabernack damit. Was ist es diesmal?
Die Leberwurst sieht trotzdem total lecker aus. Ich lasse mich hinreißen und beiße rein..... SENFFFFFF ÜÄÄÄÄRGGHHH
Ich finde mich im Garten wieder. Man hat mich hier abgestellt. Unter dem Apfelbaum. Ein schöner Ort zum Kotzen. 

Sophies Sicht:
Emil tut mir so leid. Ich stehe drinnen und beobachte das Treiben, dass sich draußen unter dem Apfelbaum abspielt. Ich kann mir nicht helfen, aber ich muss die ganze an dieses tiefsinnige Gedicht von Ernst Jandl denken: „…Ottos Mops kotzt. Otto:ogottogott.“ Aber was bleibt mir schon übrig. Will ich, dass mein Hund Diabetes bekommt, blind wird oder an einem Zuckerschock stirbt? Nein.Der Senf musste sein.  Aber es ist ja alles scheinbar wieder draußen. 

Epilog
Emil hat danach zehn Stunden gepennt und uns nicht mehr angeschaut, so sauer war er.
Aber die Welt ist wieder in Ordnung. Kekse gibt es ab sofort bei uns ohnehin nicht mehr, weil man Hawaiihemden dieses Jahr nur in kleinen Größen und eng geschnitten bekommt. Das sagen zumindest Experten der Pariser Fashion Week.



So fashionable!



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